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Gegenstandsbereich Mensch-Maschine-Systeme

Der Begriff Mensch-Maschine-Systeme (MMS) referiert auf eine zweckmäßige Abstraktion des zielgerichteten Zusammenwirkens von Personen mit technischen Systemen zur Erfüllung eines fremd- oder selbstgestellten Auftrages. Mit einer solchen Abstraktion sollen die relevanten Merkmale mannigfacher Varianten des zielgerichteten Informationsaustausches zwischen Mensch und Maschine in den unterschiedlichen Situationen erfaßt werden. Dabei impliziert die Bezeichnung Mensch-Maschine-System, dass mindestens ein Mensch und mindestens eine Maschine zusammenwirken. 

Der Begriff »Maschine« wird sehr weit gefaßt: Es können darunter abstrakt-funktionale Elemente verstanden werden wie »technische Komponenten« und »technische Gebilde« oder aber, in Abhängigkeit vom konkreten Gegenstand, »Anlage«, »Apparat«, »Produkt«, »Software-System«, »Gerät« etc. 

Die allgemeine Struktur eines MMS ist die eines rückgekoppelten Systems, in dem ein Mitarbeiter bzw. Team entsprechend seiner organisationalen Verankerung, seiner Zielstellung, des Auftrages und der wahrgenommenen Rückmeldungen über Umgebung und Prozeßzustand Entscheidungen fällt und das technische System steuert. Das Verhalten des MMS ist dabei durch qualitativ verschiedene Prozesse bestimmt: Einerseits durch die menschliche Informationsverarbeitung, der ihrerseits soziale, psychologische und biologische Gesetzmäßigkeiten zugrunde liegen, andererseits durch technische Prozesse, die physikalischen Gesetzen gehorchen.

Die Aufnahme der Prozeß- und Umgebungsinformationen erfolgt entweder direkt, z.B. bei einer Landung nach Sicht, Steuerung »nach Gehör« oder indirekt, z.B. vermittelt durch Anzeigegeräte. Auch die Eingaben können entweder über entsprechende Geräte oder durch Sprache, Muskelaktivitäten o.ä. erfolgen.

Die Orte dieser Eingriffe bzw. die Standorte der Maschine können räumlich nahezu beliebig getrennt liegen. Soll dieser Aspekt der informationellen Kopplung verschiedener, unterschiedlich lokalisierter Maschinen und ihre Instandhaltung oder Steuerung durch Personen an unterschiedlichen Orten betont werden, spricht man auch von »verteilten Mensch-Maschine-Systemen«. Hierbei wirken mehrere Personen und mehrere Maschinen im oben genannten Sinne an unterschiedlichen Orten zusammen, um eine gemeinsame Zielstellung zu erreichen. Teilaufgaben, Verantwortung, Entscheidungen und Wissen sind auf verschiedene menschliche Akteure in unterschiedlichen Hierarchieebenen verteilt, so daß sich das klassische Problem der Aufgabenzuordnung neu stellt.

Wesentliche Komponenten des technischen Gebildes »Maschine« im Mensch- Maschine-Systems sind Anzeige- und Bedieneinheiten, automatisierte Teileinheiten und rechner- unterstützte Hilfesysteme (z.B. Assistenz- oder Diagnosesysteme) sowie der zu steuernde technologische Prozeß. Häufig sind Anzeige- und Bedienkomponenten in einer einheitlichen Bauform zusammengefaßt, z. B. in Leitwarten, Cockpits für Fahr- und Flugzeuge, Kommandobrücken, Kontrollräumen, Steuerpulten, Bedientafeln, Bildschirmen u. ä. 

Eine ausführliche Darstellung des im Fachgebiet vertretenen Konzeptes ist zu finden in:
Opens external link in new windowTimpe, K. P., Jürgensohn, Th, und Kolrep, H. (2002, 2. Aufl.): Mensch-Maschine-Systemtechnik, Symposion-Verlag, Düsseldorf